DIE SONNE SCHEINT ÜBERALL

Aktion der Österreichischen Krebshilfe gemeinsam mit der ÖGDV.

Seit über 30 Jahren informiert die Österreichische Krebshilfe die Bevölkerung über Risiken, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten von Hautkrebserkrankungen. Gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie (ÖGDV) wurde 2019 mit der Aktion „Sonne ohne Reue“ eine Kampagne über Hautkrebsvorsorge ins Leben gerufen. Denn trotz aller Warnungen und Informationsoffensiven ist die Zahl der Hautkrebserkrankungen in den letzten Jahren stark gestiegen: 2012 erkrankten bereits 1.600 Menschen in Österreich an der aggressivsten Hautkrebsform, dem Melanom. Das Melanom wird auch schwarzer Hautkrebs genannt.

Bereits 4 % aller krebserkrankten Menschen Österreichs leiden an Melanomen der Haut, und die Tendenz ist steigend. Gerade die Früherkennung hat im Kampf gegen Hautkrebs einen besonderen Stellenwert: Rechtzeitig erkannte und chirurgisch entfernte Melanome können in vielen Fällen eine komplette Heilung bedeuten.

Information und Prävention sind auch die Ziele der Krebshilfe-Aktion „Sonne ohne Reue“: „Die Sonne stellt einen wesentlichen Risikofaktor in der Entstehung von Melanomen dar. Das sollte man sich gerade am Beginn der Sommermonate verstärkt in Erinnerung rufen,“ erklärt Univ.-Prof. Dr. Paul Sevelda, Präsident der Österreichischen Krebshilfe. Denn der vernünftige Umgang mit der Sonne kann verhindern, dass Melanome auftreten. Die Österreichische Krebshilfe führt zu diesem Thema jährlich Schwerpunktaktionen durch: Vor zwei Jahren lag der Fokus auf der Prävention bei Menschen, die berufsbedingt tagtäglich der Sonne ausgesetzt sind, weil sie im Freien arbeiten.

Hautkrebs ist der einzige Krebs, der schon in frühen Phasen und mit dem freien Auge sichtbar und gut diagnostizierbar ist. In den meisten Fällen entwickelt er sich an der Körperoberfläche – also buchstäblich direkt vor unseren Augen!

Das bedeutet Sonnenschutz durch Sonnencremen, Kleidung und Aufenthalt im Schatten. Denn auch im Schatten bräunt man zur Genüge. „Vielen Menschen ist dies im Urlaub zwar bewusst, sie vergessen aber oft im Alltag auf den passenden Sonnenschutz,“ erklärt der Dermato-Onkologe Univ.-Prof. Dr. Hubert Pehamberger. Der zweite wichtige Vorsorge-Punkt ist die Selbstkontrolle der Haut. Wenn sich Muttermale auffällig verändern, sind sie Melanom-verdächtig. In diesem Stadium sollte keine Zeit versäumt und sofort der Hautarzt aufgesucht werden. Die dritte Vorsorgesäule ist die regelmäßige Hautkontrolle beim Arzt. Die Aktion „Sonne ohne Reue“ appelliert, diese drei Punkte zu beachten und somit die Haut keinem unnötigen Risiko auszusetzen.

Mehr Erkrankungen, weniger Todesfälle

Auch die WHO hat die ultraviolette (UV) Strahlung sowohl durch natürliche (ungeschützte) Sonnenbestrahlung als auch durch die künstliche Bestrahlung zu Bräunungszwecken (Solarien) als krebserregend eingestuft. Ob der viel zitierte Klimawandel – insbesondere das Ozonloch – eine unmittelbare Auswirkung auf die Entstehung von Hautkrebs hat, ist derzeit wissenschaftlich noch nicht hinreichend nachgewiesen. Wichtig ist aber in jedem Fall, nur mit entsprechendem UV-Schutz die Sonne zu genießen.

Erfreulicherweise hat die Zahl der Hautkrebs-Todesfälle im Vergleich zu den Neuerkrankungen in Österreich abgenommen. Ein Grund dafür ist, dass viele Hautkrebs-Erkrankungen heute früher entdeckt werden. Die gängige Untersuchung und digitale Dokumentation von pigmentierten Läsionen wie zum Beispiel Muttermalen mithilfe der Hautmikroskopie erzielte eine deutliche Verbesserung in der Früherkennung. Auch die Therapie des Hautkrebses ist durch die Errungenschaften der zielgerichteten Therapien in den letzten Jahren wesentlich verbessert worden. Diese Fortschritte tragen dazu bei, dass sich die Heilungs- und Überlebenschancen bei Hautkrebs erhöhen und die Angst vor dem schwarzen Hautkrebs als unheilvolle Diagnose in den Hintergrund gerückt ist.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Paul SEVELDA
Präsident der Österreichischen Krebshilfe

Univ.-Prof. Dr. Christoph HÖLLER und Univ.-Prof. Dr. Erika RICHTIG
von der Arbeitsgruppe Melanom der Österreichischen Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie betonen daher einmal mehr: „Die beste Hautkrebs-Vorsorge ist die Vermeidung von extremer Sonnenbestrahlung.“